Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Von sassie,

Bayern-Bild.png
Lucas Hernández war im vergangenen Sommer der Königstransfer bei den Bayern. Satte 80 Millionen Euro blätterte der Rekordmeister für die Dienste des französischen Weltmeisters auf den Tisch. Noch nie zuvor haben die Münchner für einen Spieler mehr Geld in die Hand genommen. Bisher muss man diese Summe jedoch leider als Fehlinvestition bezeichnen. Hernández kam, auch aufgrund diverser Verletzungen, nie über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus. Nun soll der Abwehrspieler laut diversen Medienberichten schon wieder vor dem Absprung stehen. Macht ein Verkauf im Sommer Sinn? Eigentlich wäre eine derartige Entscheidung nicht gerade typisch für den FC Bayern.

Was spricht für einen Verbleib?

Hernández hat zweifelsohne viel Qualität. Da gibt es keine zwei Meinungen. Das hat der 24-Jährige sowohl bei der französischen Nationalmannschaft als auch bei seinem früheren Klub Atletico Madrid bewiesen. Ansonsten hätten ihn die Münchner auch gar nicht erst gekauft und mit einem Vertrag bis 2024 ausgestattet. Dass Hernández schon angeschlagen war, bevor er nach München wechselte, wusste man. Dass er sich im Oktober einen Innenbandriss im Sprunggelenk zugezogen hat, war einfach großes Pech. Zu diesem Zeitpunkt war der Franzose auf dem besten Weg, sich in die Stammelf zu spielen. Während seiner Verletzungspause nahm der Bayern-Express dann dermaßen Fahrt auf, dass es kaum Argumente gab, weshalb man Jérôme Boateng oder David Alaba für Hernández wieder aus der Innenverteidigung abziehen sollte.

Trainer Hansi Flick hat eine hohe Meinung vom Neuzugang. Daher setzte er ihn zuletzt auf der Linksverteidigerposition ein. Auch, um ein Zeichen zu setzen und Hernández die Wertschätzung zu geben, die er in seiner jetzigen Situation braucht. Rückendeckung erhielt er auch von Sportdirektor Hasan Salihamidžić. Der Verein hat sich somit klar für einen Verbleib positioniert. Was Hernández selbst will, ist nicht ganz klar. Einmal soll er sich bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit PSG befinden und um seine Freigabe gebeten haben, dann heißt es wieder, er wolle sich bei den Bayern durchsetzen und endlich seine hohe Ablöse rechtfertigen. Sollte dies stimmen, wird man ihm in München sicher die Zeit geben, die er braucht. Dann muss Hernández in der kommenden Saison aber auch liefern. Ansonsten ist seine Rekord-Ablöse nicht zu rechtfertigen und das Kapitel muss als gescheitert erachtet werden.

Was spricht für einen Verkauf?

In erster Linie natürlich die persönliche Entscheidung von Hernández selbst. Sollte er den Klub tatsächlich nach nur einem Jahr wieder verlassen wollen, würden sich die Bayern gewiss verhandlungsbereit zeigen. Einen Spieler gegen seinen Willen zu halten, kann keine Basis für eine erfolgreiche Zukunft sein. Solange der Franzose seinen Wechselwunsch aber nicht öffentlich äußert, hätten die Bayern eigentlich keinen Grund, über einen Verkauf nachzudenken.

Andererseits haben die Münchner gerade in Abwesenheit des Weltmeisters richtig stark gespielt und Siege am Fließband eingefahren. Die Bundesliga-Quoten wurden mit der Meisterschaft wieder einmal bestätigt und auch in der Champions League gehören die Bayern bei bet365 mit 4,00 neben ManCity (4,00), PSG (6,50) und Barca (8,00) wieder zu den Top-Favoriten. Dass dies nicht mit den Leistungen von Hernández zusammenhängt, sollte klar sein. Wirklich unverzichtbar ist der Neuzugang bisher also nicht. Sollte ein Verein tatsächlich bereit sein, die gezahlte Ablöse von 80 Millionen Euro für einen Kauf aufzubringen, wäre dies zumindest eine Überlegung wert. Immerhin soll der Kader im Sommer weiter verstärkt werden. Dafür können selbst die Bayern Einnahmen auf dem Transfermarkt gut gebrauchen. Mit PSG soll es ja bereits einen Interessenten geben. Zudem sollen die Münchner Hernández sogar schon der Konkurrenz angeboten haben.

Wohin geht die Tendenz?

Glaubt man den Aussagen der Vereinsführung und des Trainers, ist ein Abschied des Franzosen im Sommer überhaupt kein Thema. Am Ende wird die Entscheidung in Absprache mit dem Spieler fallen. Nur bei einem konkreten Wechselwunsch und einem großzügigen Angebot werden die Bayern mit sich verhandeln lassen. Stand jetzt geht der Trend aber klar in Richtung Verbleib. Hernández ist auch zu ehrgeizig, um seine Zelte nach einer schwachen Saison schon wieder abzubrechen. Außerdem ist er nach München gekommen, um Titel zu gewinnen. Nicht wenige Klubs in Europa können ihm diese Möglichkeit in diesem Ausmaß bieten, wie der Rekordmeister aus München. Eine Entscheidung wird wohl nicht vor den letzten Spielen in der Champions League fallen. Bis dahin hat Hernández noch etwas Zeit, die Verantwortlichen und vor allem auch die Fans nachdrücklich von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.